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Eine neue Ära: Neuanfang 2009

Wegen Umbau geöffnet

Die Geschichte der Tabakfabrik Linz ist ein Spiegel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Nach der Privatisierung der Austria Tabakwerke und der schrittweisen Verlagerung der Produktion wurde das Werk 2009 stillgelegt. Doch dies war kein Ende, sondern der Beginn einer neuen, visionären Phase. Im selben Jahr, als Linz Kulturhauptstadt Europas war und eine Welle des Aufbruchs die Stadt erfasste, ergriff die Stadt Linz die mutige Initiative und kaufte das denkmalgeschützte Areal zurück. Es war der Startschuss für eine der spannendsten Transformationen in der jüngeren Stadtgeschichte.

Die erste Herausforderung war gewaltig: 80.000 Quadratmeter leerstehender Raum in einem der bedeutendsten Industriebauten Europas. Was sollte daraus werden? Anstatt auf schnelle Lösungen zu setzen, begann ein offener und partizipativer Prozess. Das Leitbild definierte vier Säulen – Kreativität, Soziales, Arbeit und Bildung – und schrieb sich Transparenz und Offenheit auf die Fahnen.

In dieser Pionierphase wurde das Areal zum Experimentierfeld für legendäre Events. Durch Zwischennutzungen wie das Ars Electronica Festival, Theaterproduktionen und Symposien wurde das Potenzial des Ortes ausgelotet und die Fabrik erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Einzug der Ars Electronica Solutions als allererste Mieterin legte der Grundstein für das heutige Ökosystem, die einzigartige Community der Tabakfabrik.

Mit der Revitalisierung des Bau 2 (heute Haus DAMES) begann die sichtbare Verwandlung. Das international beachtete „Box-in-Box“-Konzept setzte neue Maßstäbe im Umgang mit denkmalgeschützter Industriearchitektur. Parallel dazu wurde die inhaltliche Vision des kollaborativen Konzerns geschärft: ein Ökosystem, in dem sich Start-ups, Kreative, Bildungs- und Sozialeinrichtungen gegenseitig inspirieren und stärken.

Dass die Tabakfabrik mehr als nur ein Wirtschaftsstandort ist, zeigte sich eindrucksvoll im Jahr 2015. Als tausende geflüchtete Menschen in Österreich ankamen, wurde das Areal über Nacht zu einer Notunterkunft und einem riesigen Spendenlager – eine gelebte Umsetzung der sozialen Säule und ein starkes Zeichen der Menschlichkeit.

Tabakfabrik 2015: Eingang Haus CASABLANCA "Wegen Umbau geöffnet" Schriftzug

Die späten 2020er-Jahre waren eine Zeit rasanter Entwicklung. Eine der wichtigsten Weichenstellungen war der Abriss der nicht denkmalgeschützten Zwischenmagazine. Dieser mutige Schritt stellte nicht nur den architektonischen Urzustand von 1935 wieder her, sondern öffnete das Areal nach Osten und schuf eine wichtige Verbindung zum aufstrebenden Hafenviertel.

Im Inneren des Haus CASABLANCA (ehemals Bau1 ) entstand mit der Strada del Start-up eine europaweit einzigartige „Produktionsstraße“ für Gründer:innen, die in enger Zusammenarbeit mit Partnern wie factory300 und tech2b zu einem pulsierenden Zentrum der Start-up-Szene wurde. Gleichzeitig wurde mit der GRAND GARAGE im Haus Smart (ehemals Magazin 3) das „Missing Link“ in der Produktionskette geschlossen: eine riesige Innovationswerkstatt, in der Ideen zu greifbaren Prototypen werden. Mit der Generalsanierung der Lösehalle entstand zudem eine der spektakulärsten Eventlocations des Landes. In dieser Phase überstieg die Zahl der hier arbeitenden Menschen erstmals jene bei der Schließung der Zigarettenproduktion – ein klarer Beweis für den Erfolg des neuen Konzepts.

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Veranstaltungsbesucher:innen seit 2010

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vermietete Flächen in der denkmalgeschützten Tabakfabrik

Erfolgsgeschichte Tabakfabrik Linz

Die jüngste Vergangenheit ist geprägt von architektonischen Meisterleistungen und einer konsequenten Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Im ehemaligen Kraftwerk kehrte mit der Ansiedlung der Linzer Brauerei wieder die Produktion zurück – ein symbolischer Meilenstein, der dem Areal ein neues gastronomisches und gesellschaftliches Zentrum schenkte. Das Magazin 2 verwandelte sich in das preisgekrönte Haus HAVANNA, dessen Fassade aus 70.000 Glasbausteinen die Architektursprache von Peter Behrens ins 21. Jahrhundert übersetzt. Die SOKO LINZ richtete 2021 ihr Fernseh-Kommissariat in der Tabakfabrik ein, inklusive Pathologie.

Gleichzeitig wurde das Areal grüner: Mit dem Urban Canyon, der aLaska-Passage und der Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips entstanden klimafreundliche Oasen, die die Aufenthaltsqualität deutlich steigern. Die Umbenennung der Gebäude nach historischen Zigarettenmarken gab dem Areal 2022 eine neue, charakterstarke Identität.

Heute, über 15 Jahre nach dem Kauf durch die Stadt Linz, ist die Tabakfabrik ein international anerkanntes Vorzeigeprojekt. Sie ist ein lebendiger Beweis dafür, wie aus dem Erbe der Industriegesellschaft ein Motor für die Kreativ- und Wissensökonomie der Zukunft werden kann. Mit der Eröffnung des QUADRILL Anfang 2026 wurde sie zum Stadtteil, mit Gastronomie, Shops, Events und viel mehr zu entdecken.

Die 2025 gestartete Neugestaltung des Peter-Behrens-Platzes schlägt das nächste Kapitel dieser faszinierenden Erfolgsgeschichte auf.

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